Pleiten, Pech und Pannen 2017

Warum viele Unternehmen nicht glänzen konnten

2017 war für viele Unternehmen nicht gerade das erfolgreichste Jahr. Nicht nur die vielen Todesfälle schockierten, nein auch die unzähligen Pleiten alteingesessener Unternehmen wurden nicht nur medial diskutiert.

Wen es besonders hart traf, und was Sie für Ihr Unternehmen daraus lernen können, lesen Sie im folgenden Blogbeitrag.

Fall 1 Toys “R“ Us

Toys “R“ Us ist/war wohl eine der bekanntesten Spielwarenladenketten weltweit. So war es zumindest in den späten 90ern. Nun im Jahr 2017 folgte die große Pleite. Keine Verkäufe mehr, Geschäfte werden geschlossen.

Aber woran lag das?

Der wohl schwerwiegendste Fehler: Digitalisierung haben sie wahrgenommen, das heute viel online passiert auch. Aber was war die Schlussfolgerung? Sie verkauften online, aber nicht über einen eigenen Shop. Sie gaben alles an Amazon ab. Die Folge hätte ihnen klar sein sollen. Kunden nahmen Toys “R“ Us nicht mehr wahr, sondern lernten, dass sie alle gewünschten Produkte über einen Kanal kaufen können. Nämlich Amazon. Die Kunden orientierten sich neu und ignorierten dadurch auch immer mehr die Offline-Märkte.

Weiterer Fehler in Folge dessen war, dass sie keine Innovationen schufen, weder on- noch offline. Sie konnten ihren Kunden nichts weiter anbieten als den Verkauf von Spielzeugen. Von einer Verzahnung zwischen on-offline ganz zu schweigen.

Fall 2 Roeckl

Roeckl machte einen Fehler der einer Marke die unter anderem durch ihr luxuriöses Image glänzte nicht passieren darf. Sie überdistributierte. Das heißt, sie war jetzt überall auffindbar, es war nicht mehr exklusiv in einem Roeckl-Flagshop seine Handschuhe zu kaufen. Nein, dies war jetzt in jeder Stadt möglich. Sie verlor dadurch rapide an Status. Besonders Kunden die wegen der Exklusivität der Marke sich mit dem Produkt verbunden fühlten sprangen ab.

Es wurde zum Standartprodukt, zwar immer noch hochwertig, aber dies ließ sich nicht an den Kunden vermitteln.

Ein weiterer Fehler war die fehlende Digitalstrategie. Zwar wurde versucht ein Instagram-Profil zu kreieren, dieses wurde aber nicht ausgeschöpft. Obwohl klar sein sollte, dass besonders Produkte rund um Mode, Beauty und Ernährung sich besonders gut auf solchen Plattformen vermarkten lassen. Aber weder wurden Influencer angesprochen noch die Kundschaft selbst. Der moderne Kunde war verloren.

Fall 3 Beate Uhse

Die Erotikmarke Beate Uhse ist nicht nur Deutschlandweit bekannt, dennoch ist das Unternehmen trotz großer Bekanntheit heute pleite.

Die größten Probleme waren wohl das Image und die nicht richtig konzipierten und durchgesetzten online Strategien (aber auch die klassische Werbung wurde im Gegensatz zur Konkurrenz außer Acht gelassen).

Beate Uhse war durch die hohe Konkurrenz durch Amorelie und Eis. de online kaum auffindbar. Dies lag besonders an der Vernachlässigung der SEA und SEO Maßnahmen. Keywords waren und sind weitestgehend in der Hand der Konkurrenz.

Der nächste Fehler ist vergleichbar mit dem von Toys “R“ Us. Auch Beate Uhse bot ihren Kunden keinen Mehrwert. Im Gegensatz zur Konkurrenz, als ein Beispiel sei nur die diskrete Verpackung genannt. Kleinigkeiten die den Unterschied machen sind oft die entscheidenden Hebel.

Aber warum diskrete Verpackung besonders Beate Uhse geholfen hätte? Damit kommen wir zum dritten Problem. Beate Uhse wird seit je her und heute immer noch mit einem Schmuddelimage in Verbindung gebracht. Auch hier ist die Konkurrenz schon weiter.

Eis.de und Amorelie arbeiten stetig an ihrem Image. Weg vom Schmuddel hin zum Mainstream.

Besonders deutlich wird dies durch die Vielzahl an TV-Spots (auch mit Testimonials) und ein sauberes und cleanes Design der Marke selbst. Außerdem gelang dadurch auch noch die Verbindung zwischen on- und offline. Die Zielgruppe wurde also optimal angesprochen.

Fall 4 AirBerlin

Am Markenaufbau kann es diesem Fall nicht gelegen haben. Trotz Billigairline war sie eine der sympathischsten und bekanntesten auf dem deutschen Markt. Sie galten durch Kooperationen wie zum Beispiel mit Sansibar als modern, jung und dennoch familienfreundlich.

Trotz der starken Marke half diese AirBerlin nicht, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Das Problem? Sympathie hilft in der Branche nicht weiter. Fluggesellschaften werden trotz der vorherrschenden Bewertungswut für andere Dienstleistungen und Produkte kaum bewertet. Und wenn doch wird diese nicht weiter wahrgenommen.

Der Service und die Sympathie einer Fluggesellschaft (besonders für Kurzstreckenflüge) spielen heute einfach keine Rolle mehr. Entscheidend ist hier nur der Preis.

 

Autor: (iConsultants GmbH)

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